„Die Zugreise“

Ein systemisches Bildungsprogramm für Schulen

„Die Zugreise“ ist ein interaktives Bildungsformat für die Klassenstufen 4 bis 10 und nutzt die Eisenbahn als Modell, um Zusammenhänge zwischen Technik, Regeln, Zeitabläufen und menschlichem Verhalten verständlich zu machen – in einem Lebensbereich, der Kinder und Jugendliche täglich auf dem Schulweg, in der Freizeit oder im öffentlichen Raum begleitet.

Die Klasse erlebt, wie Entscheidungen, Wahrnehmung und physikalische Realität ineinandergreifen. Sie gewinnen Klarheit über Abläufe, Kräfte und Einflussfaktoren im Bahnbereich. So entsteht ein nachvollziehbares Verständnis dafür, wie Regeln aus realen Zusammenhängen heraus entstehen und Orientierung geben.

Die Inhalte werden altersgerecht angepasst und im Klassenraum umgesetzt. Anschauliche Szenarien, Perspektivwechsel sowie praxisnahe Einblicke in reale Abläufe des Bahnbetriebs – auch aus der Perspektive des Lokführers – machen komplexe Zusammenhänge greifbar, ohne dass eine Exkursion erforderlich ist. Es entsteht ein interaktives Unterrichtsformat mit realitätsnahen Situationen und klarer Beteiligung der Klasse.

Darüber hinaus werden technische, handwerkliche und historische Bezüge einbezogen. Schülerinnen und Schüler erkennen, wo sich Unterrichtsinhalte in Planung, Maß und praktischem Arbeiten wiederfinden und wie die Eisenbahn als Organisationssystem moderne Gesellschaft geprägt hat. Sie erscheint damit nicht nur als Infrastruktur, sondern als Denkstruktur unserer modernen Gesellschaft.

Zwei Formate – ein gemeinsamer Kern:

Je nach zeitlichem Rahmen und organisatorischer Planung stehen zwei Angebote zur Verfügung. Beide lassen sich flexibel in den Schulalltag integrieren oder als eigenständiges Projekt durchführen.

Kompaktformat „Sicherheit im Bahnverkehr“ (ca. 2 Stunden): Eine praxisnahe Unterrichtseinheit mit klarem Fokus auf alltägliche Situationen rund um Bahnanlagen, sowohl auf dem Schulweg als auch in der Freizeit.

Aus der Perspektive eines erfahrenen Lokführers werden reale Entscheidungssituationen anschaulich nachvollziehbar. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, welche Kräfte, Spannungen und Abläufe im Bahnbetrieb wirken und warum scheinbar harmlose Handlungen im Gleisbereich schwerwiegende Folgen haben können. Auch Zivilcourage und verantwortliches Handeln im Ernstfall werden thematisiert. Im gemeinsamen Gespräch wird der Blick für vertraute Situationen neu geschärft. Ziel ist es, das eigene Urteilsvermögen zu stärken, Risiken realistischer einzuschätzen und sich bewusst an geltende Sicherheitsregeln zu halten.

Projekttag „Bahn verstehen – Sicherheit, Technik und Gesellschaft“ (ca. 4 bis 5 Stunden): Ein vertiefender Projekttag mit zusätzlichen thematischen Stationen der sich besonders für die Umsetzung in Themenwochen, handwerklichen oder gestalterischen Epochen, Klassenfahrten sowie an außerschulischen Lernorten umsetzen lässt.

Neben sicherheitsrelevanten Inhalten werden technische Grundlagen, historische Entwicklungen und handwerkliche Zusammenhänge einbezogen. Planung, Maß, Material und Konstruktion werden nachvollziehbar – als Teil eines funktionierenden Gesamtsystems. Auch gestalterische Aspekte spielen eine Rolle: Farben, Orientierung und visuelle Ordnung im Umfeld von Bahnanlagen werden aus künstlerischer Perspektive betrachtet. Dabei wird deutlich, wie Gestaltung Wahrnehmung beeinflusst und wie Technik, Raum und Mensch miteinander verbunden sind.

Weitere Informationen zu Ablauf, Inhalten und organisatorischen Rahmenbedingungen finden Sie im Bereich „Konzept & Formate“